Wie Wikinger-Wörter in die US-Unabhängigkeitserklärung gelangten

Die berühmten Formulierungen in der Unabhängigkeitserklärung verkörpern die Geschichte von Sprache und Kultur, die sich über Jahrhunderte geformt hat. Experten weisen darauf hin, dass die Herkunft einiger Wörter im Dokument nicht nur auf die römische oder europäische Zivilisation, sondern auch auf die Zeit der Wikinger zurückgeht. Dies berichtete die BBC. Am 4. Juli 1776 verabschiedet,
verkündete die US-Unabhängigkeitserklärung nicht nur die Gründung eines neuen Staates, sondern wurde zu einem der berühmtesten politischen Dokumente der Menschheitsgeschichte. Insbesondere Formulierungen wie „Alle Menschen sind gleich geschaffen“, „Leben“, „Freiheit“ und das „Streben nach Glück“ sorgen bis heute für Debatten unter Juristen, Historikern und Linguisten.
Historiker betonen, dass Thomas Jefferson, der den Text der Erklärung vorbereitete, versuchte, das Dokument in einem so einfachen, klaren und für alle Kolonien akzeptablen Stil wie möglich zu schreiben. Gleichzeitig wollte er, dass der Text den Geist und die Weltanschauung des amerikanischen Volkes widerspiegelt. Einer der interessantesten Aspekte, die die Aufmerksamkeit der Experten erregten, war die Geschichte des Wortes "happiness" ("Glück") im Dokument.
Laut Tom Birkett, Professor an der University College Cork in Irland, stammt dieses Wort vom altnordischen Begriff "happ" ab, was ursprünglich „Glück“, „glückliches Schicksal“ oder „gute Fügung“ bedeutete. Dieser Begriff wurde von den Wikingern nach Britannien gebracht, die im 8. und 9. Jahrhundert eintrafen. Während das Wort „happy“ anfangs bedeutete, dass eine Person glücklich oder vom Schicksal unterstützt war, änderte sich seine Bedeutung im Laufe der Zeit und wurde mit Konzepten von Freude, Zufriedenheit und einem wohlhabenden Leben verknüpft.
Als im 17. und 18. Jahrhundert in Europa die Zeit der Aufklärung begann, verbreitete sich die Idee, dass das menschliche Schicksal nicht nur vom Glück, sondern auch vom eigenen Willen und Handeln abhängt. So erhielt der Begriff „Glück“ eine neue Bedeutung, und Thomas Jefferson nahm ihn als eines der unveräußerlichen Rechte des Menschen in die Erklärung auf. Forscher glauben, dass es kein Zufall ist, dass im Dokument nicht das „Erreichen von Glück“, sondern das "Streben nach Glück" festgehalten wurde. Dies bedeutet, dass der Mensch immer das Recht hat, zu versuchen, sein Leben zu verbessern. Ebenso hat das Wort "liberty" ("Freiheit") in der Erklärung eine lange Geschichte. Es leitet sich vom lateinischen Begriff "libertas" ab, der im alten Rom den Status eines aus der Sklaverei befreiten Menschen bezeichnete. Später gelangte dieses Wort über das Französische ins Englische und wurde zum heutigen Begriff der „Freiheit“.
Philippa Steel, Professorin an der Universität Cambridge, stellt fest, dass die Idee der „Freiheit“ über Jahrtausende in verschiedenen Zivilisationen geformt wurde und die Erklärung eine Fortsetzung dieses historischen Erbes ist. Sie wurde jedoch zum Zeitpunkt ihrer Verabschiedung nicht auf alle Menschen gleichermaßen angewandt, da einige der US-Gründerväter Sklaven hielten und die Rechte in der Praxis nicht für alle gewährleisteten. Forscher wiesen auf ein weiteres interessantes Detail hin. Der Begriff "government" ("Regierung") in der Erklärung stammt ebenfalls vom altgriechischen Wort "kybernao" ab, was „ein Schiff steuern“ bedeutet. Später gelangte es über das Lateinische und Französische ins Englische. Heute sind aus genau dieser Wurzel Begriffe wie „Cyber“ entstanden.
Experten sind der Meinung, dass die Erklärung nicht nur eine politische Aussage über die Unabhängigkeit ist, sondern ein einzigartiges Dokument, das Sprache, Kultur und philosophische Ansichten vereint, die über Jahrtausende gereift sind. Hinter jeder berühmten Phrase stehen die Ideen des alten Roms, der germanischen Stämme, der Wikinger und der Denker der Aufklärung. Historiker betonen, dass genau diese Aspekte die US-Unabhängigkeitserklärung auch nach zweieinhalb Jahrhunderten noch in das Zentrum der Diskussionen rücken. Dieses Dokument wird nicht nur als Symbol der amerikanischen Staatlichkeit, sondern auch als eine der wichtigsten Quellen für die Erforschung der Geschichte von Sprache, Recht und politischem Denken geschätzt.

















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