Schwester ohne Patientenprüfung nach Tod von 22-jährigem Mädchen schuldig gesprochen

Schwester ohne Patientenprüfung nach Tod von 22-jährigem Mädchen schuldig gesprochen

In Großbritannien 22-jährige Amy Barberwurde der Fall bezüglich ihres Todes in einer psychiatrischen Klinik vor Gericht verhandelt. Den Ermittlungsergebnissen zufolge wurde eine Krankenschwester für schuldig befunden, weil sie die Patientin nicht vorschriftsmäßig überwacht und nachträglich falsche Angaben dazu gemacht hatte.

Es wurde mitgeteilt, dass Amy seit ihrem 14. Lebensjahr wegen einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung und einer Essstörung behandelt wurde. Da bei ihr in den Jugendjahren Selbstmordversuche beobachtet worden waren, wurde sie später in das Clatterbridge Hospital im Gebiet von Brooklands Psychiatric Intensive Care Unitverlegt.

Am 30. Juni 2022 sollte Amy alle fünf Minuten vom medizinischen Personal kontrolliert werden. Am selben Tag hatte die diensthabende psychiatrische Pflegekraft Laurence Chapong um 20:15 Uhr dem Mädchen ein Handtuch gegeben und das Zimmer verlassen. 25 Minuten später fand eine andere Krankenschwester, die Medikamente verteilte, sie bewusstlos in ihrem Zimmer.

Den Ermittlungsakten zufolge war die Krankenschwester verpflichtet, den Zustand der Patientin alle fünf Minuten durch ein kleines Fenster zu überprüfen und sicherzustellen, dass sie wach war und sich selbst keinen Schaden zufügte. Überwachungskameras zeigten jedoch, dass sie diese Anforderungen nicht erfüllte.

Trotzdem trug die Krankenschwester mindestens zehn Mal in das Überwachungsprotokoll ein, dass sie die Patientin überprüft und sie wach gesehen hatte. Später erzählte sie ihrer Leitung, dass Amy nach einem Apfel und einem Handtuch gefragt habe, aber die Videokameraaufnahmen bestätigten diese Angaben nicht.

Vor grünen Büschen lächeln eine Frau und ein Mädchen, während sie sich aneinander lehnen.

Obwohl Ärzte Amy sofort in das Arrowe Park Hospitalbrachten, erlitt sie eine schwere Hirnverletzung und verstarb am 4. Juli 2022.

Das Krongericht von Liverpool sprach die Krankenschwester Laurence Chapongder groben Fahrlässigkeit schuldig. Die Verteidigung räumte ein, dass die Krankenschwester die Patientin nach 20:15 Uhr nicht überprüft hatte, erklärte dies jedoch damit, dass sie mit anderen Aufgaben und anderen Patienten beschäftigt gewesen sei. Das Urteil gegen sie wird am 1. September erwartet.

Die Mutter der Verstorbenen Sue Barber erinnerte sich an ihre Tochter als einen gütigen, gebildeten und talentierten Menschen. Sie erzählte, dass Amy in der Schule elf A-Noten erhalten, 2012 die olympische Fackel getragen und nach ihrem Tod als Organspenderin vier Menschen das Leben gerettet hatte.

Nach dem Gerichtsprozess betonte die Mutter, dass die Nachlässigkeit der Krankenschwester das Leben ihrer Tochter gekostet habe, und äußerte die Hoffnung auf eine gerechte Strafe.

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