Vom Tode gerettete Schildkröte kehrt in ihre Heimat zurück

Rosie, eine an der walisischen Küste gefundene seltene Meeresschildkröte, wird in ihre wahre Heimat Mexiko zurückgebracht. Ihre fast 5.000 Meilen (über 8.000 Kilometer) lange Heimreise wird von Experten mit speziellen Vorbereitungen durchgeführt.
Rosie gehört zur Art der Kemp-Bastardschildkröte, einer der seltensten Meeresschildkröten der Welt. Sie wurde im Dezember 2023 am Strand der walisischen Insel Anglesey von einem Hund namens Meg gefunden. Damals war die Schildkröte noch nicht einmal zwei Jahre alt und in einem sehr kritischen Zustand.
Experten stellten fest, dass sie sich aufgrund eines zu langen Aufenthalts im kalten Wasser in einer Kältestarre befand. Die Mitarbeiter des Anglesey Sea Zoo pflegten und behandelten Rosie fast zweieinhalb Jahre lang. In dieser Zeit verdreifachte sich ihre Größe und ihr Gewicht stieg von unter 1 Kilogramm auf 21 Kilogramm.
Für Rossies lange Reise wurde nun eine spezielle Box mit Temperaturregelung vorbereitet. Sie wird zunächst per Hubschrauber von Anglesey nach London gebracht und von dort aus mit einem Frachtflugzeug in die US-Stadt Houston geflogen.
Während der Reise achten Spezialisten besonders darauf, dass die Schildkröte nicht dehydriert. Um ein Austrocknen ihres Panzers und ihrer empfindlichen Haut zu verhindern, werden spezielle Feuchtigkeitsmittel verwendet. Insbesondere müssen auch ihre Augen regelmäßig befeuchtet werden.

Frankie Hobro, Leiterin des Anglesey Sea Zoo, betonte, dass in Kältestarre geratene Meeresschildkröten ohne fachkundige Hilfe nahezu keine Überlebenschancen haben. Daher ist Rossies Genesung und Rückkehr in ihren natürlichen Lebensraum ein sehr emotionales Ereignis für das Team.
Rosie wurde nach dem Strand benannt, an dem sie gefunden wurde. Experten vermuten, dass sie durch starke Winde von warmen Gewässern abgekommen und an die walisische Küste gelangt sein könnte.
Die Kemp-Bastardschildkröte gilt als selbsteste Meeresschildkröte der Welt. Sie nutzen hauptsächlich zwei Strände in Mexiko und Gebiete im US-Bundesstaat Texas zur Eiablage.
Die Zoobewohner hoffen, dass Rossies Rückkehr in die freie Wildbahn ein kleiner, aber wichtiger Schritt zum Erhalt dieser seltenen Art sein wird. Sie ist die vierte Meeresschildkröte, die vom Zoo in den letzten zehn Jahren gerettet und aufgepäppelt wurde.
Derzeit arbeiten Experten an Plänen zur Errichtung eines speziellen Zentrums, um auch andere vom Kältetod bedrohte Meeresschildkröten an der walisischen Küste zu retten.

















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