Neue NATO: Türkei, Pakistan und Saudi-Arabien unterzeichnen den „Mekka-Verteidigungspakt“

Neue NATO: Türkei, Pakistan und Saudi-Arabien unterzeichnen den „Mekka-Verteidigungspakt“

Türkei, Pakistan und Saudi-Arabien haben ein wichtiges geopolitisches Abkommen — das „Gemeinsame Verteidigungsabkommen von Mekka“ — unterzeichnet. Nach Angaben des türkischen Außenministers Hakan Fidan entspricht der Pakt technisch dem bekannten „Artikel 5“ der NATO zu kollektiven Verteidigungsgarantien.

Der Pakt, der die Sicherheitsarchitektur im Nahen Osten und in Asien grundlegend verändern könnte, entstand nach zweieinhalb Jahren Verhandlungen.

„Ein Angriff auf einen von uns ist ein Angriff auf uns alle“

Laut dem von den Staatschefs der drei Länder am 7. August unterzeichneten Dokument gilt ein bewaffneter Angriff auf einen der drei Staaten als Angriff auf die übrigen Mitglieder.

Das Wesen von Artikel 5 der NATO: Nach diesem grundlegenden Prinzip des Nordatlantischen Bündnisses sind die übrigen Mitgliedstaaten verpflichtet, einen angegriffenen Partner zu verteidigen, auch durch den Einsatz militärischer Gewalt, wenn ein Mitgliedstaat einem bewaffneten Angriff ausgesetzt ist.

Hakan Fidan Anadolu und Reuters betonte in Interviews mit den Nachrichtenagenturen ausdrücklich, dass sich dieses Bündnis nicht gegen den Iran oder einen anderen bestimmten Staat richte:

„Wir unternehmen als drei Staaten sehr bescheidene, aber klare Schritte. Dieses Bündnis will bestehende Systeme nicht ersetzen, sondern als Zusage einer gemeinsamen Sicherheitsgarantie für die drei Verbündeten dienen. Solange kein Mitgliedstaat angegriffen wird, gilt für uns kein Land als Bedrohung“, — sagte der Minister.

Auch Ägypten könnte beitreten: Bündnis steht vor Erweiterung

Nach Ansicht des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan wird das Bündnis nicht auf die drei Staaten beschränkt bleiben. Sobald bestimmte technische und logistische Fragen geklärt sind, soll künftig auch die Arabische Republik Ägypten dem Verteidigungspakt beitreten.

Die Organisationsstruktur des neuen Bündnisses:

  • Generalsekretariat: Saudi-Arabienwird dort seinen Sitz haben.

  • Ministerkomitee: Wie bei der NATO wird ein dauerhaft arbeitender Ministerrat eingerichtet.

  • Operative Einzelheiten: Sie werden bei der ersten Sitzung des Komitees festgelegt.

Sicherheit im Roten Meer und regionale Spannungen

Hakan Fidan betonte außerdem, dass die Sicherheit des Seeverkehrs im Roten Meer unmittelbar die Interessen Ankaras berühre. Daher beteiligt sich die Türkei aktiv an der internationalen Koalition zum Schutz von Schiffen vor Angriffen der Huthi.

Angesichts der zunehmenden Spannungen im Nahen Osten wird die Bildung des „Mekka-Verteidigungspakts“ als Faktor zur Stärkung des regionalen Kräftegleichgewichts und der kollektiven Abschreckung bewertet.

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