Warum ausgerechnet die Araber? Warum begann der Islam nicht im Römischen Reich, in China oder anderen Imperien

Warum ausgerechnet die Araber? Warum begann der Islam nicht im Römischen Reich, in China oder anderen Imperien

Viele, die sich für die Geschichte des Islam interessieren, beschäftigt eine Frage: Warum wurde der letzte Prophet Muhammad (s.a.w.) ausgerechnet zu den Arabern gesandt? Warum nicht zu den Türken, dem damals mächtigen Römischen Reich oder dem in der Wissenschaft führenden China?

Manche mögen denken: „War es so, weil Allah die Araber mehr liebte?“ Doch der Heilige Koran gibt darauf eine klare Antwort: „Der Edelste von euch bei Allah ist derjenige, der am gottesfürchtigsten ist“ (Hujurat, 13). Auch unser Prophet (s.a.w.) betonte in seiner Abschiedspredigt: „Ein Araber hat gegenüber einem Nicht-Araber keinen Vorzug, außer durch Gottesfurcht“, so betonte er.

Warum also begann die letzte göttliche Lehre, die für die gesamte Menschheit bestimmt war, ausgerechnet in einer Stadt inmitten der Wüste?

Die Weltkarte im Jahr 610: In welchem Zustand befand sich der Planet?

Um dieses Geheimnis zu verstehen, genügt ein Blick auf die politische und spirituelle Landschaft der Welt im Jahr 610 n. Chr.:

  • Byzantinisches und Persisches Reich: Die beiden großen Supermächte jener Zeit hatten sich durch jahrzehntelange blutige Kriege gegenseitig völlig erschöpft. Die Theologen von Byzanz waren in philosophischen Debatten und Streitigkeiten über die Natur Jesu (a.s.) gefangen;

  • Europa: Es gab keine einheitliche Staatlichkeit; zwischenstaatliche Kriege und Stammeszersplitterung herrschten vor. Heute entwickelte Staaten wie Norwegen waren damals in Dutzende kleine und wilde Königreiche unterteilt;

  • Chinesisches Kaiserreich: Der als „Sohn des Himmels“ geltende Kaiser hatte eine Millionenarmee nach Korea geschickt. Legenden zufolge kehrten von 300.000 Soldaten nur 2.700 lebend zurück;

  • Amerikanischer Kontinent: Die Herrscher der Maya erklärten sich selbst zu heiligen Göttern, und die Städte waren damit beschäftigt, sich gegenseitig zu berauben;

  • Das allgemeine Leid der Welt: Egal, in welchen Winkel der Erde man blickte, jemand hatte sich künstlich zwischen den Menschen und den Schöpfer gedrängt – Könige, Orakel, eine spezielle Priesterkaste oder Götzen.

In genau dieser Zeit kam die Antwort aus einer Wüstenstadt, die weder einen Königspalast, noch eine Berufsarmee, noch eine herrschende Priesterklasse hatte: „Sprich: Er ist Allah, der Eine“ — eine direkte Verbindung zum Schöpfer ohne jegliche Vermittler.

Die 4 Hauptgründe, die Historiker und Gelehrte anführen

Hinter dem Beginn der islamischen Botschaft auf der Arabischen Halbinsel verbergen sich große Weisheiten:

  1. Ein ungebildetes Volk und das Fehlen von Zweifeln:

    Die Araber jener Zeit besaßen keine Schulen, keine komplexen philosophischen Akademien oder antiken schriftlichen Quellen. Dies schützte die Offenbarungen, die der Prophet (s.a.w.) erhielt, vollständig vor dem Vorwurf, sie seien aus „früheren Philosophien kopiert“. Wie es im Koran heißt: „Du hast vor ihm kein Buch verlesen und es auch nicht mit deiner Rechten geschrieben. Sonst hätten diejenigen, die das Falsche behaupten, bestimmt gezweifelt“ (Ankabut, 48);

  2. Das Gebet von Ibrahim und Ismail (a.s.) vor Jahrhunderten:

    Als sie die Mauern der Kaaba errichteten, flehten Ibrahim und Ismail (a.s.) den Schöpfer an: „Unser Herr, sende unter ihnen einen Gesandten aus ihrer Mitte“. Jahrhunderte später erfüllte Allah der Erhabene dieses Gebet mit genau denselben Worten: „Er ist es, Der unter den Unkundigen einen Gesandten aus ihrer Mitte gesandt hat“;

  3. Die unvergleichliche Kraft der arabischen Sprache:

    Die Araber waren ein Volk, das sich der Wortkunst, der Dichtung und der Rhetorik zutiefst verschrieben hatte und stolz auf seine Poesie war. Der Koran wandte sich an sie durch genau das Medium, in dem sie am stärksten waren – das Wort – und zeigte das Wunder der Eloquenz. Zum Vergleich: Ein heutiger englischer Leser kann ein 1400 Jahre altes Gedicht in seiner Sprache ohne Übersetzung nicht verstehen, doch die arabische Sprache ist dank des Korans seit 14 Jahrhunderten in ihrer Form perfekt erhalten geblieben;

  4. Die geopolitische und strategische Lage Mekkas:

    Mekka war seit jeher das zentrale Handels- und Pilgerkreuz der gesamten Arabischen Halbinsel. Jedes Jahr zur Pilgerzeit versammelten sich hier alle Stämme. Der Gesandte Allahs (s.a.w.) nutzte genau diese Gelegenheit und besuchte die Stämme nacheinander. Dank dieses strategischen Zentrums verbreitete sich diese Lehre innerhalb von weniger als einem Jahrhundert rasant von den Grenzen Spaniens bis nach China.

Weisheit: Licht verbreitet sich in der Dunkelheit am weitesten

Allah der Erhabene ist derjenige, der am besten weiß, wem Er Seine Botschaft anvertraut. Er entzündete Sein göttliches Licht nicht in den prunkvollsten königlichen Palästen der Welt, sondern in der dunkelsten und abgelegensten Wüste. Denn ein Licht, das in absoluter Dunkelheit erstrahlt, ist über die weitesten Entfernungen sichtbar.

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