Chip-Krieg zwischen USA und Europa: Niederlande widersetzen sich Washington

Chip-Krieg zwischen USA und Europa: Niederlande widersetzen sich Washington

Der technologische Konflikt zwischen den USA und China trifft die Interessen der größten Technologiegiganten Europas hart. Während seines Besuchs in Washington äußerte der niederländische Handelsminister Sjoerd Sjoerdsma scharfe Ablehnung gegen neue Einschränkungen, die vom US-Kongress vorgeschlagen werden. Der US-Gesetzentwurf MATCH Act sieht vor, Chinas Zugang zum Halbleitermarkt weiter zu beschränken, was katastrophale Folgen für das wertvollste Unternehmen Europas — ASML — haben könnte. Dies berichtet Techcrunch.com Bericht gibt.

ASML ist das einzige Unternehmen weltweit, das die fortschrittlichsten Lithografiemaschinen herstellt. Ohne diese Geräte ist die Produktion moderner AI-Chips unmöglich. Laut Bloomberg befürchtet die niederländische Regierung, dass die nächsten US-Sanktionen ihrer Wirtschaft und ihrem strategischen Unternehmen beispiellosen Schaden zufügen werden.

Die Bedeutung des chinesischen Marktes für ASML

Derzeit macht der chinesische Markt fast 19 Prozent des Gesamtumsatzes von ASML aus. Sollte das neue Gesetz verabschiedet werden, könnte das Unternehmen nicht nur die modernsten EUV-Systeme (extreme ultraviolett), sondern auch ältere DUV-Maschinen (tief ultraviolett) nicht mehr an China verkaufen. Dies würde zu einem drastischen Umsatzrückgang und einer Schwächung der globalen Marktposition führen.

Wie ASML-CEO Christophe Fouquet zuvor in einem Interview mit TechCrunch betonte, handelt es sich bei den Geräten, die China derzeit kauft, um Technologien aus einem Jahrzehnt zuvor. Die USA wollen China jedoch selbst von diesen älteren Generationen vollständig abschneiden. Diese Situation führt zu einer Abkühlung der Handelsbeziehungen zwischen der Europäischen Union und den USA.

Geopolitischer Druck und wirtschaftliche Interessen

Niederländische Beamte versuchen in Gesprächen mit Kongressmitgliedern, die Folgen dieses Gesetzentwurfs zu erläutern. Laut Sjoerd Sjoerdsma ist dies für die Niederlande nicht nur eine Handelsfrage, sondern eine Frage der nationalen wirtschaftlichen Sicherheit. Die USA, die eine Steigerung der militärischen und technologischen Kapazitäten Chinas fürchten, fordern sogar von ihren Verbündeten Opfer.

Experten glauben, dass die Verabschiedung des MATCH Act zu Unterbrechungen in der globalen Halbleiter-Lieferkette führen könnte. Dies würde nicht nur für ASML, sondern für Elektronikhersteller weltweit zu Kostensteigerungen führen. Für Entwicklungsmärkte wie Usbekistan könnte dies indirekte Auswirkungen haben und zu steigenden Preisen für technologische Geräte führen.

Bisher wurde der Gesetzentwurf im US-Senat oder im Repräsentantenhaus noch nicht vollständig zur Abstimmung gestellt. Washingtons Entschlossenheit in dieser Richtung zwingt die europäischen Staaten jedoch dazu, ihre unabhängige Außenhandelspolitik zu überdenken. Es wird erwartet, dass dieser „Chip-Krieg“ in den kommenden Monaten eine neue Stufe erreichen wird.

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