Kosmische Karte aktualisiert: Euclid-Teleskop macht beispiellose Aufnahme des Zentrums der Milchstraße

Kosmische Karte aktualisiert: Euclid-Teleskop macht beispiellose Aufnahme des Zentrums der Milchstraße

Das von der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) gestartete Euclid-Teleskop hat das bisher detaillierteste Bild des Zentrums der Milchstraße erstellt. Dieses riesige Mosaik, das in nur 26 Beobachtungsstunden aufgenommen wurde, umfasst mehr als 60 Millionen Sterne. Diese Entdeckung ist nicht nur ein astronomisches Foto, sondern dient als grundlegende "Referenzkarte" für die zukünftige Suche nach Exoplaneten. Dies berichtet Ixbt.com berichtet .

Dank seines weiten Sichtfelds bewältigte das Euclid-Teleskop diese komplexe Aufgabe in einer Rekordzeit. Zum Vergleich: Das Keck-Observatorium auf Hawaii, eines der leistungsstärksten Observatorien der Erde, hätte fast 2000 Stunden benötigt, um ein Bild derselben Tiefe aufzunehmen. Euclid erledigte dies in etwas mehr als einem Tag und erfasste in einem einzigen Durchgang ein 270-mal größeres Feld als das Hubble-Teleskop.

Eine neue Phase bei der Suche nach Exoplaneten

Das aufgenommene Bild ist von revolutionärer Bedeutung für die Entdeckung neuer Planeten mittels der Methode des Gravitationsmikrolinseneffekts. Diese Methode basiert darauf, dass das Licht eines fernen Sterns durch die Gravitation eines anderen Sterns im Vordergrund verstärkt wird. Wenn der Vordergrundstern einen Planeten besitzt, erzeugt dieser eine charakteristische Änderung im Lichtsignal. Laut ixbt.com wurden fast alle der in den letzten 20 Jahren entdeckten knapp 300 Exoplaneten genau in Richtung des galaktischen Zentrums identifiziert.

Jean-Philippe Bonnefoy, Astronom am Pariser Institut für Astrophysik, betonte, dass für solche Beobachtungen ein dicht besiedeltes Sternenfeld erforderlich ist. Das von Euclid erstellte Mosaik enthält bereits 51 wissenschaftlich bekannte Planetensysteme. Diese Karte dient als Grundlage für das zukünftige Projekt Nancy Grace Roman Space Telescope der NASA.

Ein wichtiger Aspekt der neuen Karte ist, dass sie die Bewegung der Sterne und ihre Ausgangspositionen festhält. Wenn das Nancy Grace Roman-Teleskop in Zukunft ein Mikrolinsen-Ereignis erkennt, können Wissenschaftler auf die Euclid-Daten zurückgreifen, um die Masse der Planeten und ihre Position im System genau zu berechnen.

Entdeckung kalter und ferner Welten

Im Gegensatz zu traditionellen Methoden beschränkt sich das Mikrolinsenverfahren nicht nur auf heiße und große Planeten. Es ermöglicht die Entdeckung von Planeten, die auf kalten und fernen Umlaufbahnen außerhalb des Sonnensystems kreisen. Wissenschaftler vermuten, dass fast jeder Stern in der Milchstraße mindestens einen solchen Planeten besitzen könnte.

Daten über kalte Exoplaneten wie OGLE-2005-BLG-390Lb und Objekte in Doppelsternsystemen, die sich derzeit im Sichtfeld von Euclid befinden, werden überprüft. Laut Projektleiterin Valeria Petroni werden die vom Teleskop aufgenommenen hochauflösenden Bilder eine unvergleichliche Quelle für die Untersuchung von Sternbewegungen, Staubwolkenstrukturen und der Galaxiendynamik im Zeitverlauf sein.

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