6-stündiges Verhör in Paris und Terrorismusvorwürfe in Russland: Pavel Durov zwischen zwei Fronten

Der Gründer des Messengers Telegram, Pavel Durov, wurde in der französischen Hauptstadt Paris erneut im Rahmen eines aufsehenerregenden Strafverfahrens vernommen, das 2024 begann. Französischen Medienberichten zufolge war dies das vierte Verhör seit der offiziellen Anklageerhebung, das über 6 Stunden dauerte. Zamin.uz präsentiert neue Details zum globalen Druck und den Ermittlungen gegen den Milliardär.
„Keine konkreten Beweise“: 6-stündiges Verhör und Anwaltserklärung
Le Figaro berichtet unter Berufung auf eigene Quellen, dass die französischen Strafverfolgungsbehörden ihre Ermittlungen zur möglichen Verantwortung der Messenger-Führung für über die Telegram-Plattform begangene Straftaten konsequent fortsetzen.
Nach Abschluss des langen Verhörs gaben drei Anwälte von Pavel Durov eine Erklärung gegenüber der Agentur AFP ab. Die Verteidiger betonten, dass während der fast zweijährigen Ermittlungen kein einziger konkreter Beweis vorgelegt wurde, der die Vorwürfe gegen ihren Mandanten stützen würde. Die Anwälte haben inzwischen entsprechende Beschwerden bei französischen Justizorganen und europäischen Gerichten eingereicht.
Was genau wird Durov vorgeworfen?
Pavel Durov wurde am 24. August 2024 überraschend an einem Pariser Flughafen festgenommen. Die französischen Ermittlungsbehörden erheben schwere politische und strafrechtliche Vorwürfe gegen ihn:
Mangelnde Inhaltskontrolle: Unzureichende Moderationssysteme auf der Telegram-Plattform;
Verweigerung der Zusammenarbeit: Nichteinhaltung rechtmäßiger Anforderungen und Anfragen der Strafverfolgungsbehörden.
Den Ermittlungen zufolge haben diese Freiheit und mangelnde Aufsicht auf dem Messenger die Bekämpfung von Kinderpornografie, illegalem Drogenhandel, Betrug und anderen schweren Straftaten erheblich erschwert.
Frankreich und Russland: Chronologie des doppelten Drucks auf Durov
Pavel Durov steht derzeit nicht nur im Westen, sondern auch vonseiten der russischen Behörden unter enormem Druck. Die folgende Tabelle zeigt die Maßnahmen gegen den Milliardär und sein Projekt:
Land | Verhängte Beschränkungen und Vorwürfe | Aktueller Stand (2026) |
Frankreich | Im November 2025 wurden die Reisebeschränkungen für Durov (Ausreiseverbot aus Dubai und Meldepflicht bei der Polizei) aufgehoben. | Ermittlungen dauern an. Im Mai 2026 gab die Pariser Staatsanwaltschaft offiziell bekannt, dass das Strafverfahren noch nicht abgeschlossen ist. |
Russland | Seit August 2025 sind Anrufe über WhatsApp und Telegram blockiert. Seit Februar 2026 wird der Betrieb des Messengers künstlich gedrosselt. | Neues Strafverfahren. Im Februar 2026 gab Russland bekannt, dass ein Strafverfahren gegen Durov wegen Unterstützung von Terrorismus eingeleitet wurde. |
Geschichte wiederholt sich: Die Konfrontation zwischen Russland und Telegram
Obwohl die russischen Behörden die aktuellen Beschränkungen als Kampf gegen Betrug darstellen, ist dies nicht der erste Versuch des Kremls, Telegram zu zügeln.
Zur Erinnerung: Die russische Regierung versuchte bereits zwischen 2018 und 2020, den Messenger landesweit zu blockieren. Damals war der Grund die strikte Weigerung des Unternehmens, auf Verlangen des Inlandsgeheimdienstes (FSB) Entschlüsselungsschlüssel für private Nutzerkorrespondenz bereitzustellen. In der aktuellen Phase ist die Situation für Durov noch komplexer, da er sich gleichzeitig im Visier zweier großer Systeme befindet.


















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