Aktivist in Indien nach 20-tägigem Hungerstreik zwangsweise ins Krankenhaus eingewiesen

Aktivist in Indien nach 20-tägigem Hungerstreik zwangsweise ins Krankenhaus eingewiesen

In Indien wurde der bekannte soziale Aktivist und Bildungsexperte Sonam Wangchuk, der seit 20 Tagen einen Hungerstreik abhielt, von der Polizei gewaltsam vom Protestgelände entfernt. Dieser Vorfall hat die Debatten um das Bildungssystem des Landes weiter verschärft.

Der 59-jährige Wangchuk, der Reformen im Bildungssektor fordert, Cockroach Janta Party (CJP) hatte den Hungerstreik zur Unterstützung der Bewegung begonnen. In 20 Tagen, in denen er nur Salz und Wasser zu sich nahm, verlor er mehr als 9 Kilogramm.

Am Samstagmorgen drangen Polizei und paramilitärische Kräfte auf das Protestgelände ein und holten ihn von der Bühne. Sicherheitskräfte brachten ihn mit einem Krankenwagen in das Safdarjang Krankenhaus in Delhi.

Wangchuks Ehefrau, Gitanjali Angmo, forderte, dass ohne die Zustimmung seiner Familie und seiner Ärzte keine medizinischen Maßnahmen ergriffen werden dürfen.

Nach Angaben des Krankenhauses ist der Aktivist aufgrund des langen Hungerstreiks geschwächt und leidet unter leichter Dehydrierung. Seine Vitalwerte sind jedoch stabil und er wird ständig überwacht.

Die Polizei teilte mit, dass Wangchuk unter Berücksichtigung eines Beschlusses des Obersten Gerichts von Delhi, ärztlicher Empfehlungen und seines Gesundheitszustands ins Krankenhaus verlegt wurde.

Trotz der Aufforderungen, den Hungerstreik zu beenden, hatte der Aktivist angekündigt, an einem für den 20. Juli geplanten friedlichen Marsch zum Parlament teilzunehmen.

Anstelle von Wangchuk hat CJP-Gründer Abhijit Dipke einen unbefristeten Hungerstreik begonnen. Er erklärte, dass der Plan für den Marsch zum Parlament nicht abgesagt werde.

Cockroach Janta Party wurde im Mai als Online-Initiative gegen das Durchsickern von Prüfungsfragen bei großen indischen Examen und andere Unregelmäßigkeiten gegründet. Die Demonstranten forderten den Rücktritt von Bildungsminister Dharmendra Pradhan.

Nach den Ereignissen vom Samstag weitete die Bewegung ihre Forderungen aus und verlangte auch den Rücktritt von Premierminister Narendra Modi.

Wangchuks zwangsweise Abführung wurde von Oppositionspolitikern scharf kritisiert und als „antidemokratischer Akt“ bezeichnet. Auch der ehemalige Regierungschef von Delhi, Arvind Kejriwal, forderte die Regierung auf, auf die Forderungen der Demonstranten einzugehen.

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