Warum wurde das riesige Tintenfisch-Farmprojekt eingestellt?

Die Pläne zur Errichtung der weltweit ersten kommerziellen Tintenfischfarm in Spanien wurden offiziell abgesagt. Nach dem Aus für dieses Projekt, das jahrelang internationale Debatten auslöste, ergreifen einige Länder und bestimmte US-Bundesstaaten Maßnahmen, um die Tintenfischzucht noch vor ihrem Beginn zu verbieten.
Es geht dabei um das von der Firma Nueva Pescanova geplante, 65 Millionen Euro teure Projekt im Hafengebiet von Las Palmas auf den Kanarischen Inseln. Dem Projekt zufolge sollten jährlich 3.000 Tonnen Tintenfischfleisch produziert werden. Nach fünfjährigen Rechtsstreitigkeiten bezüglich der Umweltauswirkungen gab das Unternehmen den Plan jedoch auf. Das Unternehmen erklärte, die Entscheidung stehe ausschließlich mit geschäftlichen und rechtlichen Faktoren im Zusammenhang.
Seit seiner Ankündigung im Jahr 2021 stieß das Projekt auf scharfe Kritik von Tierschutzorganisationen und der Öffentlichkeit. Experten betonten, dass Tintenfische hochintelligente Tiere sind, die Schmerz und Stress empfinden können, und erklärten, dass ihre Massenaufzucht unter künstlichen Bedingungen ein schwerwiegendes ethisches Problem darstellt.

Wissenschaftlern zufolge kann das Zusammenhalten von solitär lebenden Tintenfischen in einem Becken zu Stress, Aggression und sogar Kannibalismus führen. Gleichzeitig hatte das Unternehmen argumentiert, dass Aquakultur den Druck auf wildlebende Tintenfische verringern würde.
In den letzten Jahren haben die US-Bundesstaaten Washington und Kalifornien die Tintenfischzucht verboten. Ähnliche Gesetzesentwürfe werden auch in Spanien, Mexiko und Chile diskutiert. Experten werten diese Entscheidung in Spanien als einen wichtigen Meilenstein im Kampf gegen kommerzielle Tintenfischfarmen, schließen jedoch nicht aus, dass solche Projekte in Zukunft in anderen Regionen wieder auftauchen könnten.

















Kommentare 0
…