Fusionsrevolution in Kanada: LM26-Reaktor heizt Plasma auf 8 Millionen Grad

Das kanadische Unternehmen General Fusion hat einen bedeutenden technologischen Erfolg bei Tests an seinem Lawson Machine 26 (LM26) Gerät bekannt gegeben. Den Forschern gelang es, die Elektronenplasmatemperatur mithilfe einer mechanischen Kompressionsmethode mehr als verdreifacht. Dieser Erfolg bringt die Menschheit dem Ziel, durch kontrollierte Kernfusion unendliche und saubere Energie zu gewinnen, einen Schritt näher. Dies berichtet Ixbt.com Nachrichten berichtet.
Unternehmensangaben zufolge erreichte die Plasmatemperatur während des Experiments etwa 0,72 keV, was fast 8,4 Millionen Grad Celsius entspricht. Dieses Ergebnis gilt als großer Sprung für das LM26-Gerät. Das Gerät wurde entwickelt, um einen Ansatz namens Magnetized Target Fusion (MTF) zu demonstrieren, der sich grundlegend von traditionellen Fusionskonzepten unterscheidet.
Die Besonderheit der MTF-Technologie
Normalerweise werden für die Kernfusion riesige Magnetfelder (Tokamaks) oder leistungsstarke Laseranlagen (wie die National Ignition Facility) eingesetzt. Die Ingenieure von General Fusion gehen jedoch einen anderen Weg: Sie komprimieren das Plasma mechanisch mithilfe einer Hülle aus flüssigem Lithium. Obwohl diese Methode technisch wesentlich komplexer ist, wird erwartet, dass sie in Zukunft die Entwicklung kompakterer und kostengünstigerer Reaktoren ermöglicht.Während des Experiments wurde nicht nur ein Temperaturanstieg, sondern auch eine zehnfache Erhöhung der Plasmadichte verzeichnet. Zudem stieg die Stärke des poloidalen Magnetfeldes erheblich an. Die Forscher betonten, dass der Kompressionsprozess stabil verlief und die Kontamination des Plasmas durch die Lithiumhülle minimal blieb. Dies ist ein äußerst wichtiger Indikator für diese Art von Geräten, da Fremdstoffe die Reaktion löschen können.
Die Plasmatemperatur wurde gleichzeitig mit mehreren Methoden gemessen, darunter der Thomson-Streuung und der Analyse der extremen Ultraviolettstrahlung. Zusätzlich wurde während der Kompression ein Anstieg des Neutronenflusses beobachtet, was darauf hindeuten könnte, dass im Inneren des Geräts einige Fusionsreaktionen stattfinden.
Zukünftige Pläne und Herausforderungen
Es ist anzumerken, dass General Fusion bisher keine positive Energiebilanz erreicht hat. Das bedeutet, dass die für das Experiment aufgewendete Energiemenge größer ist als die daraus gewonnene Energie. Zudem wurden diese Ergebnisse noch keiner vollständigen unabhängigen wissenschaftlichen Expertise unterzogen und befinden sich derzeit im Peer-Review-Prozess.Das Projektteam strebt an, die Plasmatemperatur in der nächsten Phase auf 1 keV (ca. 10 Millionen Grad) und anschließend auf 10 keV zu steigern. Langfristig plant das Unternehmen, das Lawson-Kriterium zu erreichen. Wird diese Bedingung erfüllt, wird die Kernfusion stabil und energetisch vorteilhaft, was eine echte Revolution auf dem globalen Energiemarkt auslösen könnte.

















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