Absprachen hinter der Speichermarkt-Krise: Samsung, Hynix und Micron verklagt

Der Anstieg der Speicherchip-Preise und das sinkende Angebot auf dem globalen Technologiemarkt könnten künstlich herbeigeführt worden sein. Am 25. Juni dieses Jahres wurde in Kalifornien eine Sammelklage gegen Samsung, Hynix und Micron eingereicht. Diese drei Giganten kontrollieren fast 85-90 % des weltweiten DRAM- und NAND-Speichermarktes und werden beschuldigt, Preise abgesprochen zu haben. Dies berichtet Ixbt.com Nachrichten berichtet.
Der Klageschrift zufolge haben die Unternehmen ihre marktbeherrschende Stellung genutzt, um die Produktion herkömmlicher Speicherchips bewusst zu drosseln. Dieser Schritt erfolgte angeblich unter dem Vorwand des Übergangs zu HBM (High Bandwidth Memory), das für AI-Systeme von entscheidender Bedeutung ist. Infolgedessen entstand ein Mangel an DDR-Speicherchips für Standard-Computer und Geräte, was zu einem ungerechtfertigten Preisanstieg führte.
AI-Vorwand und Produktionskürzungen
Laut ixbt.com werfen die Kläger dem Trio vor, die DDR-Speicherproduktion unter dem Deckmantel einer Umstrukturierung ihrer Geschäftsmodelle koordiniert reduziert zu haben. Derzeit ist die Nachfrage nach HBM-Speicher für AI-Beschleuniger von Unternehmen wie NVIDIA sehr hoch, doch dies hätte die Speicherpreise im Massenmarktsegment nicht so drastisch beeinflussen dürfen.Auch auf dem Markt in Usbekistan ist in den letzten Monaten ein Anstieg der Preise für Computerkomponenten, insbesondere für den Arbeitsspeicher (RAM), zu beobachten. Sollte sich die Schuld der Unternehmen in diesem Prozess bestätigen, würde dies als große Verschwörung gewertet, die nicht nur den Weltmarkt, sondern auch die Geldbörsen lokaler Verbraucher direkt betraf.
Wiederholt sich die Geschichte?
Bemerkenswert ist, dass solche „Absprachen“ unter Speicherherstellern nicht zum ersten Mal vorkommen. Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass Samsung und Hynix bereits in den 2000er Jahren strafrechtliche Vorwürfe wegen Preisabsprachen zugegeben hatten. Damals wurden im Rahmen dieses Falls mehrere Führungskräfte zu Gefängnisstrafen verurteilt und die Unternehmen mit insgesamt 731 Millionen Dollar belegt.In jenem Konflikt entging Micron einer Strafe, da es mit den Ermittlungen kooperierte. In der diesjährigen Sammelklage wird jedoch erwartet, dass alle drei Unternehmen unter massivem Druck stehen. Experten meinen, dass die Tech-Giganten Milliarden von Dollar an Entschädigungen zahlen müssen, falls das Gericht die Vorwürfe für begründet hält.
Bisher haben Vertreter von Samsung, Hynix und Micron keine offizielle Stellungnahme zu dieser Klage abgegeben. Es wird erwartet, dass dieser Prozess in den kommenden Monaten zu einem der spektakulärsten Ereignisse in der Technologiewelt wird und die Preispolitik auf dem Speicherchip-Markt grundlegend verändern könnte.

















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