2.484 Wetten von „Beşiktaş“-Funktionären: 17 Festnahmen in der Türkei

2.484 Wetten von „Beşiktaş“-Funktionären: 17 Festnahmen in der Türkei

Ein großer Wettskandal erschüttert den türkischen Fußball. 17 Funktionäre, die bei Profiklubs tätig waren, wurden wegen des Verdachts festgenommen, auf Spiele mit Beteiligung ihrer eigenen Mannschaften gewettet zu haben.

Laut Daily Sabah wurden im Zuge der Ermittlungen Daten offizieller Wettplattformen sowie Finanzberichte aus den Jahren 2020 bis 2026 ausgewertet. Insgesamt wurden 19 Vereinsvertreter identifiziert, die an Sportwetten beteiligt waren.

Wetten auf die Spiele der eigenen Klubs

Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft haben die Verdächtigen in verschiedenen Formen auf Spiele gewettet, an denen ihre eigenen Vereine beteiligt waren.

Zu den Wettarten gehörten:

  • Sieg der gegnerischen Mannschaft;

  • Gesamtzahl der Tore im Spiel;

  • individuelle Leistungen bestimmter Spieler.

In den Ermittlungsakten wird festgehalten, dass alle Wetten über in der Türkei legal operierende Wettplattformen platziert wurden.

Dass die Wetten auf offiziellen Plattformen getätigt wurden, entkräftet jedoch nicht die Fragen zu Interessenkonflikten, die entstehen, wenn Vereinsfunktionäre auf die Spiele ihrer eigenen Teams wetten.

Auch Vertreter bekannter Klubs auf der Liste

Unter den Verdächtigen befinden sich aktuelle oder ehemalige Vertreter mehrerer bekannter Klubs des türkischen Fußballs.

In dem Bericht werden folgende Vereine genannt:

  • Beşiktaş;

  • Galatasaray;

  • Adana Demirspor;

  • Boluspor;

  • Altay;

  • Gençlerbirliği.

Zudem sind Personen, die bei anderen Profiklubs in Führungspositionen tätig waren, ins Visier der Ermittlungen geraten.

Bisher gibt es keine umfassenden Informationen darüber, welche Maßnahmen die Klubs selbst ergreifen werden und ob die Verdächtigen ihre Posten behalten.

Die meisten Wetten betreffen Beşiktaş-Funktionäre

Den Ermittlungsergebnissen zufolge stachen zwei Funktionäre von Beşiktaş durch die Anzahl der registrierten Wetten besonders hervor.

Tolga Kirgiz soll 1.488 Mal und Kerem Gürel 996 Mal gewettet haben. Diese Zahlen waren einer der Hauptgründe für das Interesse der Ermittler.

Wie viele dieser Wetten sich konkret auf Spiele mit Beşiktaş-Beteiligung bezogen und welche finanziellen Gewinne daraus erzielt wurden, ist noch nicht bekannt.

Sechs Jahre Daten ausgewertet

Die Ermittlungsbehörden analysierten eine große Menge an digitalen und finanziellen Daten aus mehreren Jahren.

Konten, Wettverläufe und Finanztransaktionen von 2020 bis 2026 wurden abgeglichen. Als Ergebnis wurde die Wettaktivität von 19 Personen festgestellt, von denen 17 festgenommen wurden.

Der Bericht enthält keine detaillierten Informationen zum Status der restlichen zwei Personen oder zu den gegen sie eingeleiteten Verfahren.

Ermittlungen dauern an

Die Schuld der Festgenommenen ist noch nicht durch ein Gerichtsurteil bestätigt. Die Anschuldigungen basieren auf Verdachtsmomenten aus den Ermittlungs- und Staatsanwaltschaftsakten.

In der nächsten Phase soll geklärt werden, ob die Wetten die Ergebnisse beeinflusst haben, ob den Klubs ein Schaden entstanden ist oder ob weitere Personen in den Prozess verwickelt waren.

Dieser Fall könnte zu einer der größten Wett-Untersuchungen im türkischen Fußball werden. Die größte Frage bleibt, ob die Funktionäre, die auf Spiele ihres eigenen Klubs wetteten, Vorabinformationen über die Ergebnisse hatten.

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