Mysteriöse Substanz in 66 Millionen Jahre altem Dinosaurierknochen entdeckt

Mysteriöse Substanz in 66 Millionen Jahre altem Dinosaurierknochen entdeckt

Wissenschaftler in einem 66 Millionen Jahre alten Dinosaurierknochen haben erhaltene Moleküle von Kollagen nachgewiesen, dem wichtigsten Protein des Knochengewebes. Der ungewöhnliche Fund veranlasst die Wissenschaft, die Annahme zu überdenken, dass bei der Versteinerung sämtliche organischen Moleküle zwangsläufig verschwinden.

Die Forschungsergebnisse Analytical Chemistry wurden in der Fachzeitschrift veröffentlicht.

Es handelt sich um einen Dinosaurierknochen aus der Hell-Creek-Formation im US-Bundesstaat South Dakota. Er stammt von einem etwa 22 Kilogramm schweren Edmontosaurus aus der späten Kreidezeit.

Wissenschaftler weisen Kollagenspuren im Dinosaurierknochen nach

Im Rahmen der Untersuchung fanden die Fachleute in der Probe eine für Kollagen typische Aminosäure, Hydroxyprolin. Dies stärkt die Annahme, dass Teile alter organischer Substanzen in Fossilien über Millionen von Jahren erhalten bleiben können.

Allerdings berücksichtigten die Wissenschaftler auch die Möglichkeit einer zufälligen Verunreinigung durch moderne Proteine. Deshalb verwendeten sie mehrere wissenschaftliche Methoden, darunter die Prote Sequenzierung und die Tandem-Massenspektrometrie.

Die durchgeführten Analysen zeigten, dass die nachgewiesenen organischen Substanzen nicht später aus der Umwelt eingedrungen waren, sondern direkt aus dem Fossil selbst stammten .

Neue Belege für eine 30-jährige wissenschaftliche Debatte

Die Frage, ob Proteine ihre Zusammensetzung über mehrere zehn Millionen Jahre bewahren können, sorgt in der Wissenschaft seit fast 30 Jahren für Diskussionen.

Ein Forschungsteam unter der Leitung des Professors der University of Liverpool Steve Taylor hat neue Ergebnisse vorgelegt. Sie zeigen, dass eine derart langfristige Erhaltung unter bestimmten natürlichen Bedingungen theoretisch möglich sein könnte.

Experten zufolge ist der Fund für die Paläontologie von großer Bedeutung. Wenn sich alte Proteine in bestimmten Fossilien über Millionen von Jahren erhalten können, könnten Wissenschaftler deutlich mehr über die Biologie und Evolution ausgestorbener Tiere erfahren.

Unter alten Fossilien könnte ein „Schatz“ verborgen sein

Die Autoren der Studie stellen eine weitere interessante Vermutung auf. Ihrer Ansicht nach könnten sich in den über ein Jahrhundert gesammelten und aufbewahrten Fossilienarchiven viele bislang unerforschte Proben mit erhaltenem Kollagen befinden.

Sollten sich diese Vermutungen in weiteren Untersuchungen bestätigen, könnte Paläontologen ein gewaltiger „Schatz“ für die Erforschung ausgestorbener Arten auf molekularer Ebene zur Verfügung stehen.

Dies würde neue Möglichkeiten eröffnen, unser Verständnis von Dinosauriern, die vor Millionen von Jahren lebten, zu erweitern und ihre biologischen Merkmale genauer zu untersuchen.

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