Könnten russische Geheimdienste hinter der Sabotage stecken, die Europa in Aufruhr versetzt hat?

Könnten russische Geheimdienste hinter der Sabotage stecken, die Europa in Aufruhr versetzt hat?

Foto: Pleiades Neo/Airbus DS 2026/Handout/REUTERS

Die Ermittlungen zu mysteriösen Sabotageakten gegen strategische Kommunikationsinfrastrukturen in Europa enthüllen brisante Details von internationaler Tragweite. Wie das renommierte deutsche Magazin Der Spiegel berichtet, könnte die türkische Verbrecherbande Starlink für die Brandstiftung an einer Satelliten-Bodenstation in Polen verantwortlich sein. „Daltons“ könnte in die Tat verwickelt sein.

Europäische Geheimdienste prüfen derzeit intensiv die Möglichkeit, dass diese kriminelle Gruppe die Sabotage im direkten Auftrag russischer Nachrichtendienste durchgeführt hat.

Festnahmen in Deutschland und Entscheidung des Stuttgarter Gerichts

Wie die DW berichtet, haben deutsche Sicherheitskräfte im Rahmen der Ermittlungen mehrere Verdächtige festgenommen:

  • Zwei Verdächtige: Am 12. Oktober wurden die türkischen Staatsbürger Umit E. (38) und Muslim T. (34) im deutschen Nürtingen festgenommen. Es wird vermutet, dass sie vollwertige Mitglieder der „Daltons“ sind oder in deren Auftrag handelten.

  • Auslieferung erwartet: Das Oberlandesgericht Stuttgart prüft derzeit die Auslieferung der Festgenommenen an den Tatort Polen.

  • Anti-Terror-Einsatz in Berlin: Bei einer Anti-Terror-Operation in Berlin am 13. Oktober wurden zwei weitere Personen festgenommen, darunter eine Frau. Es wird vermutet, dass sie logistische Unterstützung leistete.

Die Moskauer Spur: Wer ist der Anführer Beratjan Gökdemir?

Die Recherche des Spiegel beleuchtet mögliche Verbindungen der Bande zu Russland:

  • Nicht an Ankara ausgeliefert: Obwohl der als Anführer der „Daltons“ geltende Beratjan Gökdemir 2024 in Russland festgenommen wurde, wurde er trotz eines offiziellen Auslieferungsersuchens der Türkei nicht an Ankara übergeben.

  • Schutz gegen Dienste: Deutsche Geheimdienste vermuten, dass Moskau Gökdemir Schutz gewährt hat, als Gegenleistung für verdeckte „Gefälligkeitsdienste“ (Sabotage und Zerstörung) in Europa. Sein aktueller Aufenthaltsort bleibt unbekannt.

Der Angriff in Wola-Krobowska: Welcher Schaden entstand an der Station?

Die Sabotage ereignete sich im Dorf Wola-Krobowska, etwa 50 Kilometer von Warschau entfernt:

  • Brand am 23. September: Unbekannte drangen in das Gelände der Starlink-Bodenstation ein und setzten ein Umspannwerk sowie einen Notstromgenerator in Brand.

  • Kurze Unterbrechung: Laut der Bild-Zeitung fiel der Betrieb der Station kurzzeitig aus, konnte jedoch durch schnelles Eingreifen von Experten wiederhergestellt werden. Es gab keine Verletzten.

  • Polnische Position: Die polnischen Behörden stuften den Vorfall bereits früh als gezielte Sabotage ein, erklärten jedoch, dass zu diesem Zeitpunkt keine ausreichenden Beweise für eine direkte russische Beteiligung vorlagen.

Solche hybriden Angriffe auf Logistik- und Weltrauminfrastrukturen in Europa zwingen die Sicherheitsdienste des Kontinents dazu, den Schutz nicht-militärischer Ziele drastisch zu erhöhen.

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